Asche

Aus Mittelalter-Lexikon
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Asche (mhd. asche, esche; lat. cinis). Der Verbrennungsrückstand von Holz, die Holzasche, fand im MA. vielfache Verwendung: sie diente zur Düngung, zum Scheuern und Polieren und zur Zahnpflege, zum Wäschewaschen, zum Konservieren von Obst, Eiern und Gemüse (durch Einbetten in einer Ascheschüttung), war ein wichtiger Ausgangsstoff bei der Herstellung von Pottasche – und damit bei der Glasmacherei –, von Schießpulver und bei der Seifensiederei.
Gewerblich hergestellt wurde sie von ®Aschebrennern, während Aschenmänner das Einsammeln der Asche von häuslichen Herdstellen besorgten.
Im Aberglauben wurde Asche - als Überbleibsel des reinigenden Feuers - für ein reinigendes und dämonenabwehrendes Mittel gehalten. Als von besonderer Kraft für das Gedeihen der Feldfrüchte und des Viehs galt seit heidnischer Zeit die Asche des Notfeuers.
Asche des Osterfeuers und geweihte Asche galten im Volksglauben als Medizin gegen allerlei Krankheiten der Haustiere und als Fruchtbarkeitssegen für die Felder.
Im kirchlichen Brauch war Asche ein Zeichen für Reue, Reinigung und Buße sowie für die Vergänglichkeit des Fleisches. (s. Aschermittwoch).
Im Alten Testament wird an verschiedenen Stellen der Zustand heftiger, ja verzweifelter Reue mit "in Sack und Asche gehen" umschrieben, so bei Hiob 42,6, Ester 4,1 und 4,3, Daniel 9,3, Jona 3,6-8, und Matthäus 11,21.
(s. Düngung, Glasherstellung, Pottasche, Schießpulver, Seife)