St. Gallen

Aus Mittelalter-Lexikon
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St. Gallen. Der irische Wandermönch Gallus, ein Schüler des ®hl. Columban, hatte 612 im Tal der Steinach (Schweiz) eine Zelle gegründet; aus dieser ging 719 unter dem Priester Otmar ein Monasterium hervor, in welchem um 747 auf Veranlassung König Pippins die Benedikt-Regel eingeführt wurde. Unter Otmars Nachfolgern entwickelte sich eine der bedeutendsten Benediktinerabteien des fränk. Mönchtums. Zerstörungen durch die Ungarn (um 935) und durch die „Sarazenen“ sowie der verheerende Brand von 937 brachten schwere Rückschläge, doch erholte sich die Klosterkultur ausweislich hervorragender Prunkhandschriften im späten 10. Jh. wieder. In St. Gallen entstand um 820 der "St. Gallener Klosterplan" (s. Klosteranlage), ein idealisierter Lageplan, anhand dessen man sich ein Bild karolingischer Klöster machen kann. Die Klosterschule brachte eine Vielzahl hervorragender Künstler und Gelehrter hervor, darunter ®Ekkehart I. und ®Ekkehart IV. , ®Notker I. Balbulus, ®Notker II. Medicus, ®Notker III. Labeo, ®Ratpert und ®Tuotilo. 1206 stiegen die St. Gallener Äbte in den Reichsfürstenstand auf.
Nahe dem Kloster wurde im 12. Jh. die gleichnamige Stadt gegründet. Ursprünglich klostereigen, machte sie sich 1457 selbständig. Von 1454 an waren Kloster und Stadt zugewandte Orte der schweizerischen Eidgenossenschaft.