Schlachttiere

Aus Mittelalter-Lexikon
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Schlachttiere (darunter zählen nicht ®Wild, ®Singvögel und ®Fische). Außer für die Ernährung spielten Tierkörperteile eine Rolle als Quelle für ®Leder, ®Pergament, ®Pelze und ®Arzneimittel. Als Ausgangsstoffe für handwerkliche Produkte dienten ®Horn, ®Knochen (s.a. Leim) und Haare (s. Filz). In Därme, Magen und Blase füllte man zerkleinertes Fleisch und Fett zur ®Wurstherstellung, aus Sehnen machte man u.a. Türangeln oder die Bespannung von Bogen und Armbrüsten, Tierblasen und dünnes Leder haben als Vorläufer von Fensterglas gedient, des getrockneten Stier- oder Ochsenpenis’ (mhd. visel) bediente man sich als einer schweren, elastischen Peitsche (Ochsenfiesel, -ziemer). Insgesamt blieb kaum ein Teil des Schlachtkörpers ungenutzt. Die städtische Fleischversorgung war hinsichtlich Tierart, -alter und –geschlecht, Gesundheit, Qualität und Preis streng reglementiert und kontrolliert (s. Konsumentenschutz).
Zur häuslichen und gewerblichen Schlachtung kamen:
Säugetiere
®Rinder (Kühe, Bullen, Ochsen, Färsen, Kälber)
®Schweine (Mutterschweine, kastrierte weibliche und männliche Schweine, Ferkel)
®Schafe (Mutterschafe, Böcke, Hammel (Schöpse), Lämmer)
®Ziegen (ausgewachsene Tiere, kastrierte Ziegenböcke, Zicklein)
von geringer Bedeutung in der Ernährung waren:
®Pferde
®Esel (Eselsfleisch wurde nur in Notsituationen erschlachtet)
®Hunde und ®Katzen (galten nach dem dt. Fleischbeschaugesetz bis 1986 als Schlachttiere.)
®Kaninchen (domestizierte)
Geflügel
®Gänse
®Enten
®Hühner, Kapaune
®Haustauben
®Pfauen (wurden wohl nur für ®Schaugerichte getötet)
®Fasane
(s. Ernährung; Fleisch; Fleischbeschau (s. Konsumentenschutz); Hundefleisch; Metzger; Schlachtung; Tierhaltung)