Ring

Aus Mittelalter-Lexikon
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Ring (mhd. rinc, reif = Ring, Reif, Kreis; lat. anulus, circulus). Aus Metall, Holz oder Elfenbein gefertigte Ringe, getragen am Finger, an Arm, Ohr oder Fußfessel, waren seit je in allen Kulturen die meist verbreitete Schmuckform. Dies wohl in erster Linie wegen der einer Ring- oder Kreisform innewohnenden symbolhaften Bedeutung von Ewigkeit, Unaufhörlichkeit, Unverbrüchlichkeit, dann auch wegen ihrer magischen, unheilabwehrenden Kraft und ihrer schmückenden und legitimierenden Funktion. Die Ringform konnte durch die Einfügung einer Bild- oder Schriftplatte oder eines Schmucksteins modifiziert sein.
Vielfältig waren abergläubische Implikationen: so mussten in der Antike den Gebärenden ihre Ringe abgezogen werden, damit sich die Leibesfrucht umso leichter lösen könne, wogegen im MA. Frauen beim Herannahen der Geburt ihren Ehering ansteckten. Fingerringe galten als Abwehrmittel gegen den Bösen Blick, gegen Bedrohung durch Dämonen und den Teufel, als Mittel gegen Krankheit bzw. zur Genesung. In ma. Märchen spielten zauberkräftige Ringe eine Rolle; sie machten unverwundbar und hellsehend, halfen Liebe zu erregen und Schätze zu finden.
(s. Abt, Äbtissin, Amtstracht, Bischofsring, Ehe, Ehering, Eheschließung, Fischerring (s. Bischofsring, Siegelring), Giftring, magische Kreise, Nonnen, Papstwahl, Pontifikalien, Ringfinger, Schmuck, Siegelring)