Magie

Aus Mittelalter-Lexikon
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Magie (spätlat. magia; von griech. mageia = Zauberlehre; mhd. zouber, z.-kunst, z.-list, z.-schaft, z.-spil, z.-werc, zouberie, zoubernisse, zouberunge). Als Magie bezeichnet man den Versuch, mittels beschworener übernatürlicher Kräfte diesseitige persönliche Ziele zu erreichen oder Einblick in die Zukunft zu gewinnen. Magische Vorstellungen beherrschten den ®Volksglauben bis in die Neuzeit hinein, durchsetzten die ma. Religion (als Theurgie oder "Weiße Magie") und Naturwissenschaft (als Gelehrtenmagie besonders Alchemie, Astrologie und Medizin, wo sie – als magia naturalis oder magia licita – die der Natur innewohnenden qualitates occultae nutzte). Soweit Magie nicht mit der kirchlichen Lehre in Einklang zu bringen war, wurde sie zunächst als nichtiges Blendwerk abgetan, später wegen Teufels- oder Dämonenpakts (Schwarze Magie, magia daemonica, magia illicita, Zauberei) verfolgt. Die Grenze zwischen Weißer und Schwarzer Magie lag in einer Grauzone, war nicht genau auszumachen. Thomas von Aquin lehnte jede Form der Magie ab: "Es ist unwahr, dass die magischen Künste Wissenschaften sind, sondern sie sind als Betrügereien der Dämonen zu verstehen".
(s. Aberglaube, Alchemie, Amulett, Angang, artes magicae, Astralmagie, Astrologie, Beschwörungsformel, Besprechen von Krankheiten, Böser Blick, Hexe, Hexenmeister, Hexendelikte, Iatromechanik, Mantik, Nigromantie, Opfergaben, Schleifspuren, Vernageln, Zauberbücher, Zauberei, Zaubersprüche)